VfR Neumünster: Borger - Ergün, Jahnsen, Drewes, Zenker – Ruzic, Reibe, Kilicaslan,Lass - Celik, Naciri FC St. Pauli II: Neumann – Rakocevic, Oduro-Opuni, Saricoban, Hinzmann (ab 43. Albrecht) – Ahrens, Tuncay, Nielsen (ab 55. Kara), Melich (ab 79. Bagci) – Smith, Flatken Tore: 1:0, 2:0 Celik (79., 90.) Besondere Vorkommnisse: Böser Zwischenfall am Rande: Diesmal gab es keine Zusammenstöße der Fangruppen, diesmal zeichnete VfR-Spieler Sven Jahnsen dafür verantwortlich, als er FC-Obmann Hermann Klauck an der Seitenlinie böse zu Fall brachte, obwohl dieser ihm gerade den Ball zum Einwurf reichen wollte. Eine klare Tätlichkeit in der Coaching-Zone, die mit Rot hätte geahndet werden müssen. Von offizieller VfR-Seite entschuldigte man sich anschließend immerhin bei dem 70-Jährigen für dies ungestüme Verhalten. Schiedsrichter: Ingo Bischof (Broitzem / Braunschweig) Beste Spieler: Celik, Drewes – Neumann, sonst keiner! Zuschauer: 698
Die Kiste Bier auf der Heimfahrt hatte sich trotz der 0:2-Niederlage nur ein Spieler des FC St. Pauli wirklich verdient: ANDREAS NEUMANN, eigentlich "nur" zweiter Torhüter der A-Jugend, bekam heute die Chance und der 19-Jährige nutzte sie perfekt.
"Das war ein prima Bewerbungsspiel", meinte der Keeper nach der Partie und damit hatte er absolut Recht. Auch wenn die Schanzenkicker beim VfR mit 0:2 verloren, hatten sie bis zur 79. Minute doch ganz ordentlich mit gespielt. Gleich zu Beginn machte die Hitze den Akteuren bereits zu schaffen, allen voran Schiedsrichter Ingo Bischof, der in den ersten 360 Sekunden der Partie zwei komplett widersprüchliche Entscheidungen traf, und zusätzlich dem falschen Spieler die erste Gelbe des Spiels zeigte...
Kaum nennenswerte Szenen in der ersten Hälfte, und das auf beiden Seiten. Kam St. Pauli in die Nähe des Neumünsteraner Strafraums, wurde die Kugel plötzlich völlig unmotiviert über das Gehäuse gedroschen, oder aber sich irgendwie festgewuselt. Kam der VfR zu einer Chance, parierte Andreas Neumann jeden Ball der Lila-Weißen. Bis zur 79. Minute als Gäste-Torwart Neumann absolut ohne Abwehrchance war und Faruk Celik zur Führung der Gastgeber einnetzte. St. Pauli bäumte sich nicht wirklich auf, es war keine Gegenwehr erkennbar. Folgerichtig setzte der VfR in der Schlussminute noch einen drauf. Erneut war es Celik, der völlig frei zum Schuss kam und kurz vor dem Abpfiff den 2:0-Endstand erzielte.
Dass die Niederlage für die Gäste nicht höher ausfiel, ist allein Andreas Neumann zu verdanken, der bereits in der ersten Hälfte zahlreiche Hochkaräter (darunter beinahe ein Eigentor nach einer etwas misslungenen Kopfballrückgabe) mit sensationellen Reflexen entschärfte und im zweiten Durchgang wahrlich über sich hinaus wuchs.
Stimmen:
Frank Bernhardt (Trainer FC St. Pauli II): Kompliment an beide Mannschaft, dass sie bei diesen Temperaturen noch ansehnlichen Fußball geboten haben. Wir wollten aggressiv und schnell spielen, doch das ist uns von Beginn an gründlich misslungen. Es war gleich sehr viel Hektik im Spiel und es kam kaum zu wirklichen Torchancen. Dennoch war es bis zur Schlussphase ein gutes Spiel für uns. Neumünster war im zweiten Durchgang einfach spritziger und giftiger und wir müssen uns bei unserem Keeper bedanken. Der Junge hat wirklich tolle Aktionen gezeigt.
Ramon Berndroth (Trainer VfR Neumünster): Eigentlich hebe ich keine Spieler hervor, aber Samir Naciri und Andre Drewes haben heute ein Superspiel abgeliefert. Allerdings geht mein Lob an das gesamte Team, das bei dieser tropischen Hitze eine klasse Leistung gezeigt hat. Ein Dank geht auch bei uns an den Keeper. Patrik Borger wird uns ja leider verlassen, umso mehr gilt ihm unser Dank für dieses "Zu Null".
Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind alle Texte, Grafiken, Videos und Fotos Eigentum von www.hafo.de. Anderweitige Verwendung nur mit vorheriger Genehmigung.