SV Curslack-Neuengamme: Muharemi – Holz, Bombek, Schalitz, Wilhelm – Indulto (82. Werdenich), Dykier – Johannsen (82. Malinowski), Winterfeld, Brkic (72. Schade) – Zoch (85. Möller) SC Schwarzenbek: Leibold – Schner, Weber, Jacobsen, Doryan - Zaske – Menger (79. Nowak), Froböse (46. Tippi), Schlüter, Johns – Rohroff (79. Kuß) Tore: 1:0 Zoch (1.), 1:1 Schlüter (12.), 2:1 Bombek (29.), 3:1 Johannsen (66.), 4:1 Werdenich (88.), 4:2 Schlüter (89.), 5:2 Bombek (90.+1) Schiedsrichter: Claas Schönenberg (TuS Hemdingen-Bilsen): Hatte lange Zeit alles im Blick. Für das Foul von Weber an Schade hätte es allerdings Elfmeter geben müssen (75.). Beste Spieler: Bombek, Wilhelm, Zoch – Leibold, Schlüter, Zaske Zuschauer: 124
„Das Pokalaus letztes Jahr in Schwarzenbek in der 1. Runde schmerzt noch immer“, hatte Curslacks Sportlicher Leiter Nils Marx vor dem Anpfiff kein gutes Gefühl gegen den Aufsteiger. Doch sein Team zerstreute schnell alle Zweifel, schon nach 50 Sekunden verwertete Maxi Zoch eine Flanke von „Mr. Curslack“ Witalij Wilhelm (32, geht in seine 14. Saison am Gramkowweg) zum 1:0 (1.). Zuvor war Bombek noch gescheitert, aber den Abpraller verwertete der Hattrick-Schütze von letzter Woche zur schnellen Führung. „Das Tor hat uns aber zunächst gar nicht gut getan“, erkannte SVCN-Coach Olaf Poschmann – und so kassierte seine Mannschaft auch prompt den Ausgleich. Ein langer Ball aus der SCS-Abwehr auf den rechten Flügel, Thorge Schlüter tanzt zwei Vierländer aus und trifft aus 14 Metern halbrechter Position zum 1:1 ins lange Eck (12.).
Sollte Marx mit seiner „Vorahnung“ also doch recht behalten? Ein klares: „Nein“. Zu schwach präsentierte sich der mit sechs Niederlagen in Serie im Gepäck angereiste Gast. Hätte Keeper Moritz Leibold nicht einen Sahne-Tag erwischt (Poschmann: „Wir haben ihn mit unseren unpräzisen Abschlüssen erst so richtig warmgeschossen“) – es wäre ein Debakel geworden. Doch auch so wurden es am Ende wieder fünf Tore für die „Blauen“ (übrigens das dritte 5:2 binnen 18 Tagen: Erst 5:2 im Pokal gegen Rantzau, letzte Woche 5:2 beim Tabellenzweiten n Ahrensburg und heute der dritte Streich).
Der „Gegentorschock“ wurde schnell überwunden, es spielten nur noch die Hausherren (Poschmann: „Das war sehr dominant“). Der bestens aufgelegte Wilhelm (Henke. „Bei mir hatte er es damals 2011 zunächst sehr schwer, kam nicht an Jan Kruse und Rinik Carolus vorbei und musste oft in der 2. Mannschaft spielen. Aber er hat sich durchgebissen“) bekam eine von ihm selbst getretene Ecke als abgewehrten Ball nochmal auf den Fuß, brachte das Leder volley als Bogenlampe auf den zweiten Pfosten – und dort donnerte Bombek es satt zum 2:1 in die Maschen (29.). Danach verpassten die Hausherren mehrfach die Vorentscheidung. Ob Dykier (33.), Zoch (35.) oder Indulto (45.) – entweder hatte Keeper Leibold seine Finger im Spiel, und/oder eigenes Unvermögen.
So ging es zunächst auch nach der Pause weiter. Ecke Wilhelm, Kopfball Schalitz – direkt in die Arme von Leibold (46.). Nächste Wilhelm-Hereingabe, diesmal Jonas Holz mit einem Flugkopfball aus vier Metern, wieder Leibold mit einem Reflex (49.). „Wir brauchen das dritte Tor“, flehte Henke – und bekam es. Marcio Johannsen (starke läuferische Leistung!) mit dem Außenrist vom Elfmeterpunkt zum 3:1 (66.). Die Erlösung! Stjepan Brkic hätte direkt den vierten Treffer nachlegen können (müssen), scheiterte aber aus drei Metern zentral vor dem Tor am Gäste-Goalie (71.). Nicht besser machte es Marvin Möller, der einen Querpass von Schade eigentlich nur noch über die Linie zu drücken brauchte. Aber auch hier war Leibold noch dran (87.). Verrückt.
Aber es gibt ja noch „Mr. Curslack“. Wilhelm mit der perfekten Flanke vom linken Flügel, Michael Werdenich hält den Kopf rein: 4:1 (88.). Curslack wäre allerdings nicht Curslack (schon 24 Gegentore), wenn nicht nochmals Spannung aufkäme. Wie beim Ausgleich wieder ein langer Ball aus der SCS-Abwehr auf den rechten Flügel, wieder zieht Schlüter in die Box, Keeper Muharemi kommt nur halbherzig raus und bleibt im „toten Raum“ sieben Meter vor seinem Kasten stehen, so dass Schlüter ohne Mühe auf 2:4 verkürzen kann (89.). „Solche Gegentore ärgern mich“, war Poschmann ärgerlich, „das werden wir auch noch in Ruhe aufarbeiten“. Für den erfreulichen Schlusspunkt zum drittem 5:2-Sieg binnen weniger Tage (s.o.) sorgte – na klar – eine Ecke von Wilhelm. Wieder (wie schon beim 2:1) steht Bombek goldrichtig, diesmal per Kopf: 5:2-Endstand (90.+1).
Stimme:
Olaf Poschmann (Trainer SV Curslack-Neuengamme): Das schnelle Tor zum 1:0 hat uns erstmal nicht so gut getan. Die erste Viertelstunde waren wir noch nicht so gut im Spiel und haben durch einen Abstimmungsfehler den Ausgleich kassiert. Aber danach haben wir komplett das Spielgeschehen übernommen und uns eine Chance nach der anderen herausgespielt. Das war sehr dominant. Auch nach der Pause haben wir das sehr erwachsen runtergespielt. Ein verdienter Sieg – und jetzt zweimal hintereinander fünf Tore geschossen, das ist sehr positiv. Das klare Ergebnis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in der Defensive besser und konzentrierter stehen müssen.
Statistik: Gesamt-Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1963): 29 Spiele, 13 Siege, 5 Remis, 11 Niederlagen, 57:44 Tore
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